Gedichte oder Texte zu meinen Bildern

Das Lied der Fische

 

Ich weiß es nicht, ich weiß es nicht, ich kann es nur vermuten

die Wunde platzt, der Rücken schmerzt, das Herz beginnt zu bluten

der Freiheit kleiner Wunderbaum steht draußen vor den Toren

Gedanken kreisen nur im Traum und werden nie geboren

und doch dort unten im Kanal schwimmt modrig grünes Rasenstück

 

der Fische Lied tönt so banal, erzählt vom großen kleinen Glück

 

ich weiß es nicht, ich weiß es nicht, ich kann es nur vermuten

die Ader schwillt, das Blut gerinnt, der Eiter strömt in Fluten

der Sehnsucht großer Einkaufskorb ist leer und steht verloren

er wird noch voll, er wird noch voll, das hab ich mir geschworen

doch der Versuch endet fatal, bringt nichts davon zurück

 

der Fische Lied tönt so banal, erzählt vom großen kleinen Glück

 

ich weiß es nicht, ich weiß es nicht, ich kann es nur vermuten

die Wunde schließt, das Blut vergeht, die Heilung kommt im Guten

und einsam aus dem Spiegelsaal ruht still und fern mein Blick

 

der Fische Lied tönt so banal, erzählt vom großen kleinen Glück

Das Gespräch

 

Wenn Worte bloße Wörter sind
und Zeit doch nur durch Zeiten rinnt

 

Wenn Außen nicht nach Innen dringt
und Antwort nur die Frage bringt

 

Wenn Geben gibt, doch mehr noch nimmt
und Bleiben nur auf Gehen sinnt

 

Dann ist Nähe nur bedingt
weil nichts entsteht, wo nichts beginnt

Zwischenstation eines in Erfüllung begriffenen Traums

 

Ich lief nun schon so lang

kam hin und wieder an

drang durch Nebel, stieß durch Stahl

bis eine Stimme mir befahl:

 

"Dreh dich um und nehme Mass

geh durch die große Tür aus Glas!

Dort am Fuße eines Baums

zeigt sich das Ende deines Traums"

Sie

 

SIE

 

ausgehöhlt und festgeformt

 

SIE

 

gleichgeschaltet und genormt

 

SIE

 

zurechtgezurrt und weggesperrt,
mehrfach vor Gericht gezerrt

beschuldigt, verleumdet, getäuscht und betrogen
verlassen, verletzt, berechnend belogen

 

SIE

 

weiß nicht, was sie wirklich kann
hat aufgegeben, fragt nur: Wann?

Wann wird enden all mein Leid?

Wann, ja wann kommt meine Zeit?

Er

 

Es begab sich einmal vor langer Zeit, dass ein Wesen durch die Lande zog, ohne Rast und ohne Ruh. Sein wachsender Geist – anfangs aus bloßem Lehm geformt – begann zu ahnen, dass seine Suche vergebens war. Denn das, wonach es sich von Herzen sehnte, schien in weiter Ferne, an einem Ort, der nur Auserwählten zugänglich war, mit anderen Worten: unerreichbar. Seine Reise endete in einem Saal, einsam und verlassen. Es drehte sich nach allen Seiten um und stellte fest, dass die Wände eine Gestalt zurückwarfen. Es näherte sich langsam einer Wand, da bemerkte es, dass die Gestalt es selbst war. Ein großer Spiegel, Gold umrandet, gab etwas preis, das es noch nicht kannte. Und zum ersten Mal in seinem Leben, überkam es eine tiefe Stille. Zum ersten Mal erkannte es, dass das, wonach es suchte, in Wahrheit tief in seinem Inneren verborgen lag...

Die Straße der Unsicherheiten

 

Neue Wege, die beschritten werden

ohne Licht und ohne Glanz

Wenn wir wandeln hier auf Erden

Tag für Tag ein neuer Tanz

Diese Wege haben Risse

und man hofft, es gehe gut

Denn sie führn ins Ungewisse

fordern Stärke, Wagnis, Mut

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© Eva Ludwig